Rettungswache am Stadtwaldsee
| Stadtteil: | Lehe |
| Telefon: | (0421) 21 62 62 |
| eMail: | Stadtwaldsee(at)Bremen-Stadt.DLRG.de |
| DLRG Funkrufname: | Adler Bremen 5 / 8 |
| Stationsleitung: | Björn Haje |
| Größe des Sees: | 28,2 ha |
| Max Tiefe: | 15 m |
| Charakteristik: | Baggersee |
| Besonderheiten: | Slipmöglichkeit für Surfer, ausgestattet mit dem MRB "Primus". |
| Wassertemperatur vom 7.5.2012 : | 13 ° C |
Im Jahre 1973 beschließt der Bremer Senat, die ehemaligen Sandentnahmestellen am heutigen Achterdieksee, Waller Feldmarksee, Bultensee und am Stadtwaldsee zu "Badeseen mit angegliederten Freizeitanlagen" umzugestalten.
Kurz darauf erfolgt der erste Spatenstich in dem damals noch weitläufigen Feld- und Wiesengelände zwischen dem Blockland, Schwachhausen, Horn und Findorff. Bereits ein Jahr später steht die neue Rettungsstation Stadtwaldsee am Wetterungsweg und kann durch Frau Bürgermeister Mevissen der DLRG zur Nutzung übergeben werden. Die Kosten für den damals ungeheuer modernen und praktischen Bau beliefen sich auf rund eine halbe Million Mark; zum Zeitpunkt der Errichtung eine riesige Summe.
Bereits kurze Zeit später konnte der erste Stationsleiter Herbert Arkenau schon eine Mannschaft freiwilliger Rettungsschwimmer begrüßen und der Bevölkerung mit dem spähenden Adler signalisieren, dass nunmehr auch an dieser Badestelle "Freie Zeit in Sicherheit" möglich ist.
Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte sich der Unisee (Stadtwaldsee ist die amtliche Bezeichnung) zu einem der beliebtesten Badeseen Bremens. Dies verstärkte sich noch während der Jahre, als der "alte" Werdersee nach dem Hochwasser 1981 als Badesee nicht mehr existent war.
Anteil an diesem Boom hatten zum einen die nahe gelegene Universität mit ihren angegliederten Wohnheimen sowie die Möglichkeit, auf dem 28 Hektar großen Gewässer Wassersport treiben zu können. Zum Wechsel des Jahrzehnts war der See denn auch ein Mekka für Anhänger des gerade aufkommenden Windsurfens. Regelmäßig fanden auch Optimisten-Regatten statt, deren überregionale Bedeutung sich an den Kennzeichen der abgestellten Fahrzeuge dokumentieren ließ. Das gesamte Bundesgebiet sowie das angrenzende Ausland war hier vertreten.
Die Jahre kamen und gingen und die DLRG am Stadtwaldsee hatte eigentlich immer genug zu tun. Auf Herbert Arkenau folgte Wolfgang Pfannenschmidt als neuer Stationsleiter, dieser wurde durch Jürgen Strauß "beerbt", welcher das Zepter kommissarisch an seinen Vater Hans weiter reichte. Nach diesem wurde Peer Zimmermann durch den damaligen TL WRD, Peter Mau, zum Stationsleiter vorgeschlagen und durch den Vorstand ernannt.. Nach dessen Ausscheiden nahm Wolfgang Schulmeister die Verantwortung auf sich und gab sie letztendlich an Günter Frese weiter, der bis heute die Geschicke der Station und ihrer rund 15 Mitglieder lenkt. Apropos Mitglieder: Wer kann sich bei unserer heutigen Personalsituation noch vorstellen, dass damals im Zweischicht - Betrieb Rettungswachdienst versehen wurde, damit alle Wachgänger zu "ihrem Recht" kamen. Manchmal mussten sogar RWD-willige Kameraden nach Hause geschickt werden, da zuviel (!!) Personal anwesend war. Unglaublich!
Ansonsten stellt sich die Wache Stadtwaldsee als ganz "normale" Rettungsstation im Bezirk Bremen dar: Hier ist das MRB "Primus" stationiert, das erste in Bremen eingesetzte Rettungsboot aus Aluminium. Aber auch der Vorläufer, das legendäre Holzboot "Theodor Ahrens" - von allen nur "Theo" genannt, kennen die meisten Bremer DLRG'ler noch. Außerdem verfügt die RSt. über ein Ruderrettungsboot und drei Kajaks.
Das Wachgebäude an sich hat sich als etwas deplaziert erwiesen, denn es steht weit abseits der eigentlichen Schwerpunkte des Badebetriebes, was im Notfall eine weite Anreise bedingt. Außerdem ist es nahezu unmöglich, den FKK-Badebereich von der Station aus zu überwachen.
Vor einigen Jahren ist die Wachstation in großen Teilen saniert worden, so dass das jetzt weiße Gebäude mit den großen, roten Buchstaben weithin sichtbar ist.
Und seit nunmehr fast dreißig Jahren gilt hier noch immer, dass der spähende Adler "Freie Zeit in Sicherheit" signalisiert.
Oliver Paust
